Wohnhaus für Erwachsene
39 Erwachsene mit körperlichen Beeinträchtigungen bewohnen in individuell eingerichteten Einzelzimmern das "Prof. Peter Uibe-Haus", benannt nach dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden des HUMANITAS e. V..
Im Haus leben die körper- und mehrfachbehinderten Frauen und Männer in Wohngruppen auf 3 Etagen in einem eher familären Rahmen. Jeder von ihnen führt ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben und kann zahlreiche sozial- und heilpädagogische Förderungen, tagesstrukturierende Angebote, vielfältige Therapiemöglichkeiten und benötigte Pflegeleistungen in Anspruch nehmen.
Den Bewohnern stehen auf jeder Etage Pflegebäder, Küchenbereiche, Balkone und Terrassen zur freien Verfügung. Alle Wohn-, Gemeinschafts- und Nutzflächen sind barrierefrei und behindertengerecht. Im gemeinsamen Speiseraum ist Zeit für Mahlzeiten und Austausch. Ein weiterer Aufenthaltsraum mit integrierter Küchenzeile und vorgelagerter Terrasse steht für kleinere private Veranstaltungen zur Verfügung.
Mit unserem engagierten Team stehen wir unseren Bewohnern in allen Lebensbereichen, soweit erforderlich, zur Verfügung - begleiten, unterstützen und fördern. Dabei steht die individuelle Begleitung und Unterstützung stets im Vordergrund, ganz nach dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe". Ziel ist die Stärkung des Selbstbewusstseins und der Selbstständigkeit in allen Bereichen des alltäglichen Lebens.
Kontakt
Unsere Konzeption - kurz und leicht erklärt
- EINLEITUNG
Menschen mit Behinderung haben Rechte, so wie alle Menschen Rechte haben. Das haben 175 Staaten (UNO) unserer Welt in einem gemeinsamen Papier aufgeschrieben. In Deutschland gibt es Gesetze, in denen diese Rechte stehen. Jeder Mensch soll über sein Leben selbst bestimmen können. Im Leben stoßen aber Menschen mit Behinderungen immer wieder auf Vorurteile und Einschränkungen.
- DAS SIND UNSERE BEWOHNER
Unsere Aufgabe ist es, diesen Menschen im Alltag eine Unterstützung zu bieten und ein Zuhause zu geben. Unser Wohnhaus gibt es seit 2001. Bei uns wohnen Menschen die Unterstützung in ihrem Leben und Alltag brauchen. Wir unterstützen beim Essen, An- und Ausziehen, Körperpflege und bei der Gestaltung ihres alltäglichen Lebens. Unser Angebot umfasst eine 24-h-Betreuung, Pflege und Unterstützung im Alltag und medizinische Versorgung.
- DAS SIND UNSERER ZIELE
HUMANITAS will das Leben und die Zukunft für behinderte Menschen besser machen.
Deshalb unterstützt HUMANITAS behinderte Menschen dabei, selbständiger zu werden und überall dabei sein zu können. Das steht auch in den Regeln des Vereins „HUMANITAS“. Wir wollen, dass unsere Bewohner gesund sind und Freude am Leben haben. Dafür ist es wichtig, dass sich alle Bewohner an Regeln halten und sich gut vertragen. Jeder Bewohner soll so viel wie möglich selbst entscheiden, zum Beispiel: „Was ziehe ich an?“, „Was will ich essen?“, „Kann ich allein auf Toilette gehen“, „Was will ich in meiner Freizeit machen?“, „Kann ich allein einkaufen“, „Bei welchen Aufgaben kann ich im Wohnhaus mithelfen?“. Jeder Bewohner muss die Dinge tun, die er alleine kann. Hilfe und Unterstützung bekommen die Bewohner nur bei den Dingen, die sie NICHT können. Im Bereich Pflege bekommen die Bewohner jede notwendige Unterstützung.
- DAS IST UNS WICHTIG
Grundlage unserer Arbeit ist es, Fähigkeiten jedes Einzelnen zu erkennen, darauf einzugehen und zu nutzen.
Es ist uns wichtig, dass jeder die Hilfe bekommt, die er benötigt.
Unser Wohnhaus gibt die Möglichkeit einer rund um die Uhr Betreuung, wobei das Selberentscheiden und Mitbestimmen im Alltag im Vordergrund stehen soll.
Es gibt verschiedene Freizeitangebote (Einzel- und Gruppenangebote). Dabei spielen Wünsche der Bewohner eine wichtige Rolle.
Um eine gute Betreuung der Bewohner zu erreichen, arbeiten viele Menschen aus verschiedenen Berufen Hand in Hand zusammen.
- SO SIND WIR
Wir nehmen körperlich eingeschränkte Menschen in unsere Wohnstätte auf und unterstützen sie – wenn notwendig – in allen Bereichen des Lebens. Persönliche Voraussetzungen entscheiden darüber, ob ein Bewohner im Haus verbleibt oder arbeiten gehen kann. Zur notwendigen Unterstützung des Bewohners gibt es einen persönlichen Plan, welcher vom Geldgeber befürwortet werden muss.
Die Bewohner erhalten 24 Stunden persönlichste Hilfestellungen, unter anderem bei Mahlzeiten, Körperpflege, Freizeitgestaltung, Haushaltsführung, sowie bei medizinisch notwendigen Handlungen.
Das Haus bietet medizinisch ausgebildetes, pädagogisches und therapeutisches Personal, sowie hauswirtschaftliche Mitarbeiter, die fachübergreifend zusammenarbeiten.
Es gibt mehrere Wohnbereiche mit Einzelzimmern, Pflegeräume und einen sehr großen Außenbereich.
Mit diesen Voraussetzungen kann der persönliche Bedarf an Hilfe, sowie eine weitestgehend selbständige und selbstbestimmte Lebensweise ermöglicht werden.
- SO ARBEITEN WIR
Unser Haus ist so aufgebaut und organisiert, dass wir den Bedürfnissen und Wünschen der Bewohner gerecht werden können. Dazu ist nicht nur die Ausstattung mit technischen Hilfsmitteln notwendig. Auch Mitarbeiter mit der notwendigen Ausbildung und der Lust, hier zu arbeiten sind sehr wichtig.
In jedem Wohnbereich arbeiten meist die gleichen Leute, so dass die Bewohner feste Bezugspersonen haben und wissen, mit wem sie Dinge besprechen können.
Um das Befinden der Bewohner zu erhalten oder sogar zu verbessern, arbeiten wir mit Mitarbeitern verschiedener Bereiche und Berufsausbildungen wie z.B. Therapeuten, Ärzten und Hilfsmittelversorgern zusammen. Alle zwei Wochen kommt ein Hausarzt zu uns. Die Mitarbeiter treffen sich regelmäßig und in verschiedenen Gruppen/ Teams, um alles Wichtige zu besprechen und zu klären. Sie sollen außerdem an Veranstaltungen teilnehmen, in welchen sie sich zu verschiedenen Themen ihrer Arbeit informieren können und Neues dazu lernen. Es gibt eine von den Bewohnern gewählte Gruppe (Heimbeirat), die für die Interessen der Hausbewohner eintritt und Treffen mit diesen und /oder der Hausleitung organisiert.
Ob wir unsere Arbeit gut machen, erkennen wir daran, dass sich Bewohner wohlfühlen, Dinge nicht verlernen oder sogar Neues dazu gelernt haben. Um das zu können, schreiben wir tgl. auf, was wir und die Bewohner gemacht haben, unterhalten uns mit ihnen darüber und müssen uns natürlich auch mit den Ämtern, welche den Wohnhausplatz bezahlen, darüber austauschen.
Man hat immer die Möglichkeit, Dinge die einen im Haus oder im Wohnbereich stören, anzusprechen, so dass versucht werden kann, eine Lösung dafür zu finden.
06. Dezember 2018
Unsere Arbeitsgrundlagen und Ziele
Als gemeinschaftliche Wohnform für Erwachsene mit schwerer und schwerster Körper- und Mehrfachbehinderung bietet das „Prof. Peter Uibe-Haus“ im Rahmen des Wohnens nach §§ 99 SGB IX umfassende Unterstützung, Förderung, Betreuung und Pflege. Die hier erbrachten Teilhabeleistungen sollen zum Leben in der Gemeinschaft befähigen und ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Des Weiteren wird der Versorgung psychischer Besonderheiten, dementieller Erscheinungen und altersbedingtem Abbau von Fähigkeiten Rechnung getragen. Alle erforderlichen Hilfen werden in Form einer Rund-um-die-Uhr-Betreuung erbracht.
Das Angebot richtet sich an volljährige Menschen, die aufgrund von Behinderung einen Anspruch auf Eingliederungshilfe haben, jedoch nicht oder noch nicht in einer eigenen Wohnung leben können, sondern eine stationäre Betreuung benötigen.
Unser großes Ziel ist ein Höchstmaß an Individualität, Normalität und Integration.
Unsere Wohnbereiche
Jede Bewohnerin und jeder Bewohner im Prof. Peter Uibe-Haus lebt in einem individuell eingerichteten Einzelzimmer auf der Wohnebene, welche ihrem bzw. seinem individuellen Bedarf am ehesten entspricht. Sie oder er hat grundsätzlich ein lebenslanges Wohnrecht, kann jedoch auch die Entwicklung und Förderung eines Übergangs in eine alternative Wohnform in Anspruch nehmen.
Individuell abgestimmte Förder- und Betreuungsleistungen werden auf 3 Wohnebenen mit folgenden Zielgruppen und Schwerpunkten angeboten:
Wohnebene 0
Hier leben Bewohnerinnen und Bewohner vorwiegend höheren Alters mit hohem betreuerischen und pflegerischen Hilfebedarf sowie teils schweren kommunikativen Beeinträchtigungen, welche einer eher ruhigen Wohnatmosphäre bedürfen. Ein kleiner Teil der Personen dieser Wohnebene geht einer Tätigkeit in einer Werkstatt für behinderte Menschen nach. Eine generelle (Wieder-)Herstellung der Werkstattfähigkeit wird auf dieser Wohnebene allerdings nicht angestrebt.
Im Vordergrund stehen die Strukturierung des Alltags, die Förderung der Kommunikation und Interaktion sowie der Erhalt von Kompetenzen durch eine wiederkehrende Angebots- und Kommunikationsstruktur.
Wohnebene I
Das Wohnen auf dieser Wohnebene richtet sich unter anderen an jüngere Erwachsene mit einem sehr hohen Hilfebedarf im Bereich der Grund- und Behandlungspflege und teils fortschreitenden Krankheitsverläufen, welche spezielle Absprachen über SGB IX hinaus nach sich ziehen.
Die Bewohnerinnen und Bewohner dieser Wohnebene arbeiten teilweise in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Der Erhalt der Werkstattfähigkeit wird in die ganzheitliche Versorgung integriert.
Die Aktivierung und Förderung der Selbständigkeit und Eigenverantwortung durch entsprechende individuelle Angebote stehen hier im Fokus. Hilfen und Unterstützung zur Strukturierung und Gestaltung des Alltages werden erbracht.
In der Wohnebene II
Diese Wohnebene ist für mobile und aktive Erwachsene geeignet, die einer Beschäftigung in einer Werkstatt für behinderte Menschen nachgehen und ihren Alltag weitestgehend selbständig strukturieren können. Auch hier können im Bereich Pflege zum Teil hohe und zeitintensive Unterstützungs- bzw. Übernahmeleistungen erbracht werden.
Im Mittelpunkt steht die Förderung der Selbständigkeit mit dem Ziel einer weitestgehend eigenständigen und eigenverantwortlichen Lebensführung und Lebensplanung. Perspektivisch kann ein Wechsel in eine offenere Wohnform angestrebt und unterstützt werden.
Unsere Leistungen
Die individuelle, ganzheitliche Versorgung mit Betreuung, Förderung, Kommunikation und Pflege steht im Mittelpunkt des Leistungsspektrums und wird durch eine fachübergreifende Zusammenarbeit sichergestellt.
Alle Bewohnerinnen und Bewohner des Wohnhauses erhalten somit neben pflegerisch-medizinischen Leistungen Unterstützung in folgenden Bereichen:
• Lebenspraxis und Tagesstruktur
• individuelle Basisversorgung
• motorische Entwicklung
• emotionale Entwicklung
• Gestaltung sozialer Beziehungen und Interaktion
• Tages- und Freizeitgestaltung
• Lebensgestaltung und Lebensplanung
• Kommunikation
• berufliche Entwicklung
• kognitive Entwicklung
• Gesundheitsförderung und Erhaltung
Durch das Erschließen der individuellen Bedürfnisse und die angepasste Hilfe bei deren Erfüllung soll eine persönliche Lebensgestaltung und Befähigung zur Teilhabe am Leben in der Gesellschaft sichergestellt werden, mit dem Ziel einer größtmöglichen Unabhängigkeit von Betreuung.
Die aktivierenden, bedarfsgerechten Unterstützungsleistungen werden als Beratung und Motivation, als Assistenz und Begleitung, als stellvertretende Ausführung, verbale Anleitung oder aber als umfassende Hilfestellung in Einzel- bzw. Gruppenangeboten erbracht:
• Erwerb bzw. Erhalt persönlicher und lebenspraktischer Fertigkeiten (Wasch- und Toilettentraining, Nahrungszubereitung und Esstraining, Lauf- oder Rollstuhltraining, Umgang mit Geld, Einkaufstraining, Wegetraining in Verbindung mit Nutzung ÖPNV und vieles mehr)
• Aufbau und Erhalt einer Tages- und Wochenstruktur
• Förderung der Fähigkeiten, eine Werkstatt für behinderte Menschen zu besuchen oder eine Ausbildung zu absolvieren
• Unterstützung einer individuellen Freizeitgestaltung
• Planung und Durchführung von Ausflügen und Unternehmungen
• Teilnahme an kulturellen und gesellschaftlichen Veranstaltungen in und außerhalb des Wohnhauses
• Initiieren und Begehen von Festen und Feiern
• Teilnahme an Kreativ- und Spielangeboten
• Kennenlernen von Möglichkeiten gesunder Ernährung sowie hauswirtschaftlicher Tätigkeiten im Rahmen von Back- und Kochangeboten
• Gestaltung des eigenen Wohnraums sowie der Gemeinschaftsräume
• Kommunikationstraining bzw. Erlernen alternativer Kommunikationsformen
• Unterstützung bei der Nutzung elektronischer Medien und Hilfsmittel
• Förderung des Sozialverhaltens
• Unterstützung bei der Kontaktpflege (zu Angehörigen, Mitbewohnern, etc.) und Hilfe bei der Beziehungsgestaltung
• Hilfe bei der Bewältigung individueller Problemlagen, Konflikt- und Stressbewältigung sowie beim Spannungsabbau
• Unterstützung beim Umgang mit Ämtern und Behörden sowie bei der Zusammenarbeit mit Externen (Ärzte, Kliniken, gesetzliche Betreuer, Hilfsmittelversorger, Krankenkassen, …)
• Hilfe bei der persönlichen Terminkoordination, u. a. zur Sicherstellung einer optimalen therapeutischen und medizinischen Versorgung
• Arztbegleitung
• u. v. m.